• 14.10.2025
  • Experten-Wissen

Die Parkraum-Frage

Gerade für Anwohnerinnen und Anwohner in Großstädten ist die tägliche Parkplatzsuche ein Zeitaufwand, der einzurechnen ist. Parkraummanagement soll diese Problematik einfach gestalten. Doch welche Rolle nimmt Parkraummanagement im Rahmen der Mobilitätswende ein?
Parkende Autos in einer Straße

Bei der Verkehrswende denken viele Menschen zuerst an den Umstieg von klassischen Verbrennerfahrzeugen auf Batterie- oder Brennstoffzellenfahrzeuge, der mit der Schaffung von Ladepunkten in Innenstädten auch eine Auswirkung auf die Parkplatzsituation hat. Auch der Umstieg der Verkehrsteilnehmenden auf den ÖPNV hat Auswirkungen auf Parkplatzsituation. Dazu sind jedoch deutliche Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr nötig. So erklären nach Ergebnissen einer Bitkom-Umfrage zwei Drittel der Befragten, dass sie unter gegebenen Umständen bereit sind, auf ihren Privat-Pkw zu verzichten. Dabei sind die unterschiedlichsten Push- und Pull-Faktoren zu den meistgenannten Faktoren zählen die Restriktionen des Autos sowie der Ausbau des ÖPNV. 

Einsparen durch umsortieren 

Auch die Verfügbarkeit von Parkplätzen spielt hier eine Rolle und kann dazu führen, dass Menschen sich von ihrem Auto trennen und das Verkehrsmittel wechseln. Einen ähnlichen Effekt hat die Bewirtschaftung eines Parkraums durch die Stadt. So berichtet die Stadt Bonn auf Rückfrage zu ihrem neuen Parkraummanagement im Stadtteil Beuel, dass aus Erfahrung bei einer Verringerung des Parkplatzangebotes und der Einführung von Anwohnerparkplätzen eine Abnahme der Fahrzeugdichte hervorgerufen wird. Bei Bewohnern der neuen Parkbewirtschaftungszonen wird von einem Wegfall von etwa fünf Prozent der Fahrzeuge ausgegangen. Der gleiche Rückgang wird bei Kurzzeit-Parkenden erwartet, also Fahrzeuge von z. B. Einkaufenden. Einen deutlichen Rückgang wird vor allem bei Mittel-, Langzeit- und Dauerparkenden prgnostiziert. Das umfasst auch Pendlerfahrzeuge. Bei ihnen wird mit einem Rückgang von etwa 50 Prozent gerechnet. Grund dafür seien die eingeführten Parkgebühren. Einen Einfluss auf Geschäfte in der Innenstadt habe dies aber nicht. Gewerbetreibende wurden zum einen an den Parkraumkonzepten beteiligt und zum anderen habe man sich auf die Definierung eines Geschäftsbereiches im Zentrum der Innenstadt geeinigt, der nicht zu den neuen bewirtschafteten Zonen gehört und keine Anwohnerparkplätze beinhaltet. 

Quartiersgaragen und vieles mehr 

Die Thematik des Gewerbes gerade in Innenstädten zeigt jedoch, dass das Auto weiterhin eine wichtige Rolle spielt. Das Optimieren des Parkraummanagements bleibt daher eine wichtige Aufgabe für Kommunen. Daher hat zum Beispiel die Stadt Braunschweig einen „Masterplan Parken“ in Arbeit, der unter anderem die Idee von Quartiersgaragen für Neubaugebiete zu forciert, um dort die Parksituation von Anfang an zu vereinfachen. In bestehenden Wohngebieten soll die Modernisierung mit solchen Anlagen geprüft werden. Auf Rückfrage erklärt die Stadt dabei die Komplexität des Themas. Maßnahmen zum Thema Parken können nicht getrennt voneinander, sondern müssen im Gesamtzusammenhang integrativ bearbeitet werden. Ziel sei immer eine bedarfsgerechte Anpassung, die alle Verkehrsarten berücksichtigt. So wird zum Beispiel die Zahl von Parkplätzen nicht isoliert betrachtet, sondern muss im Zusammenhang mit ihrer Lage, der Art (Straßenrand, Parkplatz, Parkhaus), der Frage der Bewirtschaftung, sowie dem konkreten Bedarf (Pendler, Anwohner, Besucher). 
Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) widmet sich seit 2025 in ihrem Projekt Pano den vielen Herausforderungen des Managements des „ruhenden Verkehrs“. Das Projekt umfasst die effiziente Steuerung von Parkraumangebot und -nachfrage sowie Möglichkeiten zur Erfassung von Stellplatzflächen mit digitalen Tools oder Schätzverfahren. Im Fokus stehen zudem die bereits erwähnten Quartiersgaragen sowie Stellplatzsatzungen, Parkraumbewirtschaftungskonzepte und Kurzzeitparkplätze sowie die Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern.

Autor: Sven Rudolf


In Kooperation mit Behörden Spiegel

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