Seit 2016 begleitet die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) gemeinsam mit der „LAG 21 NRW“ diesen Prozess. Ziel ist es, die Agenda 2030 auf lokaler Ebene wirksam zu verankern – mit konkreten Projekten, die nicht nur spürbare Verbesserungen für das Leben vor Ort bringen, sondern gleichzeitig globale Verantwortung für eine nachhaltige und klimafreundliche Zukunft übernehmen.
Nachhaltigkeit sichtbar machen
Ein Beispiel für diesen Weg ist Arnsberg. Die Stadt hat bereits 2018 eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet und gehört damit zu den Pionieren in Deutschland. Um Nachhaltigkeit für die Bürgerinnen und Bürger erlebbar zu machen, wurde das „Schlabberkappes-Festival“ ins Leben gerufen, das mit Kulturveranstaltungen, Workshops und öffentlichen Diskussionsrunden Impulse für ein gutes Leben im Sinne der Agenda 2030 setzt. Arnsberg war zudem eine der ersten Kommunen, die ihren Fortschritt in einem Nachhaltigkeitsbericht nach bundesweitem Standard transparent dokumentiert hat.
Auch Bedburg hat früh erkannt, dass die Transformation nur gelingen kann, wenn Bürgerinnen und Bürger aktiv in den Prozess eingebunden werden. Mit den „Schlossgesprächen zum Guten Leben“ wurde ein offenes Dialogformat etabliert, in dem Verwaltung, Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft gemeinsam Zukunftsfragen diskutieren. Dass Nachhaltigkeit hier nicht bei
abstrakten Debatten stehenbleibt, zeigt die Auszeichnung als Fairtrade-Town: Bedburg setzt systematisch auf faire Standards in der Beschaffung und stärkt so die globale Dimension kommunaler Verantwortung.
Strategien mit Vorbildcharakter
Bad Berleburg wiederum erhielt 2020 die Auszeichnung als Deutschlands nachhaltigste Kleinstadt. Grundlage dieses Erfolges ist ein breit getragenes Leitbild, das Klimaschutz, regionale Wertschöpfung und soziale Teilhabe verbindet. In zahlreichen Projekten, von der energetischen Sanierung kommunaler Gebäude über innovative Mobilitätsangebote bis hin zu Beteiligungsformaten für Kinder und Jugendliche, zeigt die Stadt, wie sich Nachhaltigkeit in allen Bereichen des Lebens verankern lässt.
Bielefeld hat seine Erfahrungen im Klimaschutz inzwischen in eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie überführt. Bereits 1991 trat die Stadt dem internationalen Klimabündnis bei, 1996 folgte das erste Klimaschutzkonzept. Heute sorgt ein integrierter Ansatz dafür, dass Maßnahmen zur CO₂-Reduzierung, zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft oder zur Förderung sozialer Gerechtigkeit miteinander verzahnt sind und so eine langfristige Wirkung entfalten können. Gemeinsam ist all diesen Kommunen, dass sie Nachhaltigkeit als Querschnittsaufgabe verstehen. Energiesparen, Klimaanpassung, faire Beschaffung oder Bildungsangebote werden nicht isoliert, sondern als Teil eines Gesamtprozesses betrachtet. Dabei zeigt sich, dass erfolgreiche Strategien nur dort entstehen können, wo Verwaltung, Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft eng zusammenarbeiten. Die GNK-Kommunen profitieren von Beratung, Workshops und der Vernetzung durch die SKEW und die LAG 21 NRW, die ihre Erfahrungen bündeln und an ein breites Publikum weitergeben. Die bisherigen Ergebnisse machen Mut. In vielen Städten sind Nachhaltigkeitsstrategien inzwischen offiziell beschlossen und damit verbindlich für das Handeln der Kommunen, weitere Nachhaltigkeitsstrategien befinden sich kurz vor Veröffentlichung. Gleichzeitig entstehen Projekte, die als Best Practices weit über die Region hinausstrahlen – seien es die innovativen Baumrigolen in Bochum, die Bürgerdialoge in Bedburg oder die preisgekrönte Stadtentwicklung in Bad Berleburg. Nordrhein-Westfalen nimmt mit diesem Ansatz bundesweit eine Vorreiterrolle ein.
Die Botschaft ist klar: Nachhaltigkeit beginnt vor der eigenen Haustür, entfaltet ihre Wirkung aber weltweit. Indem Kommunen ihre Verantwortung für eine lebenswerte Zukunft ernst nehmen, leisten sie nicht nur einen Beitrag zur globalen Agenda 2030, sondern verbessern gleichzeitig die Lebensqualität ihrer Bürgerinnen und Bürger.
Autor: Julian Faber
In Kooperation mit Behörden Spiegel
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